Auf unbekannten Pfaden

Kloster Lian Shan Shuang Lin

Auf seiner Webseite präsentiert das National Heritage Board eine Vielzahl von Geschichts- und Themenrouten. Wer ihnen folgt, entdeckt das reiche und mannigfaltige Erbe der 200 Jahre alten Löwenstadt.

Unterwegs in Jalan Besar
Unterwegs in Jalan Besar

Schon mal was von Jalan Besar gehört? Das ist ein Viertel zwischen Little India, Kampong Glam und dem Kallang-Fluss. Shophouses aus dem frühen 20. Jahrhundert, einen kunstvollen Sikh- und Hindu-Tempel sowie eine Kirche im chinesischen Pagodenstil gibt es hier zu sehen. Und entlang des Kallang, Singapurs längstem Fluss, laden immer wieder Ruheorte zum Verschnaufen ein. Vermutlich würde sich kaum ein Besucher dorthin verirren, gäbe es nicht den „Jalan Besar Heritage Trail“. Er ist eine von mehreren Geschichts- und Themenrouten, die das National Heritage Board (NHB) entwickelt hat. „Unser gemeinsames Erbe und die Geschichten dahinter können an jeder Ecke gefunden werden … Folgen Sie einer der beliebten Geschichtsrouten des National Heritage Board und erleben Sie selbst die unbekannten Storys hinter den Stadtvierteln und Straßen Singapurs“, heißt es auf dessen Website, www.roots.sg. Dort stellt das nationale Denkmalamt zu den Routen eine Fülle an Informationen und Karten zur Verfügung. Und tatsächlich gibt es vielerlei zu entdecken für alle Neugierigen, die auch einmal abseits der weltbekannten Sehenswürdigkeiten unterwegs sein wollen. Dazu müssen Sie beispielsweise mit der North South Line nur mal bis zur Metrostation Toa Payoh fahren und dort durch den nahen Stadtpark schlendern.

Unterwegs in Jalan Besar
Unterwegs in Jalan Besar

Seit er in den 1970er-Jahren auf einem ehemaligen Sumpfgelände angelegt wurde, ist der Park bei Senioren wie bei jungen Familien beliebt. Die meisten von ihnen leben in einem der zahlreichen Wohnblöcke, die das Housing and Development Board (HDB) zur gleichen Zeit errichtete. Überhaupt ist der Siebzigerjahre- Charme überall präsent, wenn man dem „Toa Payoh Heritage Trail“ folgt. Das mag heute etwas aus der Zeit gefallen wirken, aber die vielen Wohnprojekte des HDB als Antwort auf die rasant wachsende Stadtbevölkerung sind von größter Bedeutung für die Geschichte Singapurs. Der Spaziergang durch Toa Payoh führt aber auch zum 120 Jahre alten Kloster Lian Shan Shuang Lin. Es ist das älteste buddhistische Heiligtum der Löwenstadt und mit seinen vielen Hallen, Gärten und hübschen Höfen eine wahre Ruheoase. Das harmonische Zusammenleben trotz ethnischer und religiöser Unterschiede wiederum steht bei den sogenannten „Harmony Walks“ im Mittelpunkt. Mit ihnen, so das National Heritage Boad, soll der Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Gruppen gefördert werden. Sie führen zu verschiedenen Kirchen, Tempeln und Moscheen. Selbst eine Synagoge ist dabei. Das zeigt einmal mehr, wie kulturell vielfältig dieser nur 721 km² große Stadtstaat ist.

Lotusblumen im Kloster Lian Shan Shuang Lin
Lotusblumen im Kloster Lian Shan Shuang Lin