Geheimtipps für Kenner

Gerade mal 721 Quadratkilometer Fläche hat Singapur – kann es da überhaupt noch unentdeckte Orte geben? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! Von der In-Bar bis zum unberührten Dschungel ist alles dabei.

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Singapur goes Öko

Auf der Farm im ländlichen Stadtteil Kranji zeigt sich Singapur von der gesundheitsbewussten Seite: Bei Bollywood Veggies werden Ananas, Sternfrüchte und anderes tropisches Obst und Gemüse angebaut. Wer die Produktion näher kennenlernen will, kann an einer geführten Tour teilnehmen und im „Food Museum“ mehr über die lokalen Essgewohnheiten lernen oder im Bistro der Farm gleich die Produkte frisch vom Feld kosten oder an einem der Kochkurse teilnehmen – sicher eines der leckersten Souvenirs für zuhause!
Bollywood Veggies, 100 Neo Tiew Road, Kranji

www.bollywoodveggies.com

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Perfekt versteckt

Da lang? Das kann nicht sein: Eine schmale, unauffällige Treppe führt in das Souterrain zu einer schlichten Holztür, kein Schild, keine Aufschrift verrät, dass sich dahinter eine der coolsten Bars Singapurs verbirgt – und genau das ist natürlich der Clou. Ihren Namen hat die Bar am Ann Siang Hill in Chinatown von der „Operation Dagger“, mit der in den 1950ern die chinesischen Geheimgesellschaften in Singapur zerschlagen wurden. Heute werden im Kellergewölbe ausgefallene Cocktails gemixt.
Operation Dagger, No. 7 Ann Siang Hill #B1-0, Chinatown

www.operationdagger.com

3

Historisches Tiong Bahru

Die Wohngegend ist vor allem für ihren exzellenten Food Court bekannt. Doch auch ein Spaziergang durch das Viertel rund um die Yong Siak Street und Eng Hoon Street ist überaus lohnenswert: Längst hat es sich mit seiner interessanten Mischung aus alt-eingesessenen Geschäften und hippen Cafés zu einer echten „in“-Adresse entwickelt. Viele der Häuser stammen aus der frühen Zeit des Wohnungsbaus der 1950er, in der zahlreiche innovative Ideen umgesetzt wurden. Für historisch Interessierte besonders spannend: Das Viertel ist auch Heimat des letzten Luftschutzbunkers aus Backstein, der im Rahmen einer Führung mit der Tiong Bahru Heritage Volunteer Group besucht werden kann.

Infos und Termine gibt es unter My Tiong Bahru Heritage Trail auf Facebook.

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Geschenk-Boutique fürs Jenseits

Rätselnd steht der westliche Besucher meist vor den „Geistershops“ mit ihren Exponaten aus Papier, die oft täuschend echt gestaltet sind: Die neuesten Handy-Modelle, Handtaschen, Fahrräder, aber auch Gebisse und Körperpflegeartikel, kurzum alles, was man auch im Jenseits noch brauchen kann, liegt hier in den Regalen. Der Transfer an den Empfänger erfolgt per Feuer: Im Tempel, auf dem Friedhof, manchmal auch einfach in einer Metalltonne im Hinterhof werden die Sachen verbrannt und so den verstorbenen Familienangehörigen übermittelt.
Nur als Mitbringsel eignen sie sich nicht, denn die Lebenden damit zu beschenken könnte Unglück bringen.

Nam’s Supplies, 22 Smith Street, Chinatown, und Ban Kah Hiang Trading, Tiong Bahru Market

5

Wo die Krokodile leben

Ganz oben im Norden Singapurs gelegen ist Sungei Buloh kein Ort, den man schnell mal in einen Zeitplan einschiebt. Doch der Weg lohnt sich: Das 87 Hektar große Naturschutzgebiet gegenüber dem malaysischen Festland ist ein wahres Paradies für Hobby-Ornithologen und Tierfreunde. Mehr als 200 Vogelarten, darunter Nashornvögel und Webervögel, leben oder rasten hier während des Vogelzugs. Sogar Krokodile trifft man in den Mangrovenhainen rechts und links der Wanderwege. So unberührt und wild zeigt sich die Stadt sonst nirgendwo.

www.nparks.gov.sg

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Wo sich Fisch und Krabbe gute Nacht sagen

Das Smith Marine Floating Kelong Restaurant schwimmt einsam im Meer vor der Insel Pulau Ubin, mitten zwischen den Garnelen und Krabben-Farmen. Logisch, dass es hier den aller-frischesten Fisch und die besten Meeresfrüchte gibt. Reservieren sollte man in jedem Fall, denn das Restaurant ist nur per Bumboat ab Changi Point Ferry Terminal erreichbar.
Smith Marine Floating Kelong Restaurant, vor Pulau Ubin,

www.smithmarine.com.sg

E-Mail: marketing@smithmarine.com.sg
WhatsApp: +65-9792-7609

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Zurück in die 1940er

Einst beherbergten die schwarz-weißen Gebäude aus den 1940ern britische Offiziere; heute ist das Areal im Westen der Stadt nicht nur ein beliebtes Wohnviertel im Grünen, sondern auch ein Hotspot der Singapurer Kunstszene. Während des alljährlichen ArtWalk@Wessex öffnen sie ihre Ateliers für das Publikum. Ganz im Flair der Zeit ist auch die Colonial Bar alias Colbar in der ehemaligen Kantine der British Army. Von hier aus lässt sich auch der Green Corridor wunderbar erwandern: Er führt entlang der früheren Kerata Api Tanah Melayu (KMT) Zugstrecke.

Wessex Estate, Portsdown Road, Queenstown